Popole Misenga: Tränen der Hoffnung

Als Popole Misenga auf dem Podium in Rio der Weltpresse seine Lebensgeschichte erzählt, fließen ihm die Tränen über das Gesicht. Traurig sei er, wenn er an die zurückliegenden Jahre und die erschreckenden Ereignisse zurückdenkt, die er erleben musste.

Ich habe meine Familie so lange nicht gesehen. Ich habe zwei Brüder und weiß gar nicht mehr, wie sie aussehen, weil wir getrennt wurden, als wir noch klein waren. Ich kann mich an ihre Gesichter nicht mehr erinnern, würde sie so gerne umarmen und küssen.

Als er sechs Jahre alt war, wurde seine Mutter ermordet. Mit gerade einmal neun Jahren floh Misenga vor dem Bürgerkrieg in seinem Heimatland Kongo. Acht Tage irrte er alleine durch Wälder, versteckte sich vor Soldaten, dann kam in ein Flüchtlingscamp in der Hauptstadt Kinshasa. Dort kam er mit dem Judosport in Berührung, zeigte Talent und gewann u.a. 2010 die Bronzemedaille bei der Afrika-Meisterschaft der U20.

2013 reiste Misenga mit dem kongolesischen Judo-Team zur WM nach Brasilien. Dort setzte sich der Trainer ab – mit allem Geld und den konfiszierten Pässen seiner Athleten. Misenga und seine Teamkollegin Yolande Mabika entschieden, ebenfalls zu bleiben. Sie waren aber auf sich allein gestellt, mussten sich durchschlagen

Sie hatten keine Papiere, sprachen nur Französisch, mussten auf der Straße um Essen betteln.

Ich hatte zwei schwierige Jahre in Brasilien. Ich hatte nichts zu essen, keine Papiere, ich sprach nur Französisch und musste auf der Straße um Essen betteln.

Dank der Hilfe eines Flüchtlingscenters wurde sowohl Misenga als auch Mabika Asyl gewährt. Beide kehrten zum Judo zurück und kamen ins Refugee Team, das in Rio unter der Olympischen Flagge starten wird. Als zwei von zehn Athleten und mit einer klaren Aufgabe, so Mabika gegenüber dem Olympic Channel.

Meine Botschaft an alle Flüchtlinge auf der Welt ist, dass sie nie die Hoffnung aufgeben dürfen und weiter glauben und ihrem Herz vertrauen sollen.

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